Adobe verzahnt Kreativität, Marketing und KI

Auf dem Cannes Lions Festival 2025 hat Adobe neue Funktionen vorgestellt, die Kreativität, KI und Marketingprozesse enger zusammenbringen.

Ziel: personalisierte Kundenerlebnisse effizienter und skalierbarer gestalten. Und das über die gesamte Customer Journey hinweg.

Adobe ordnet die neuen Funktionen im Bereich Customer Experience Orchestration (CXO) ein.

Warum das relevant ist

Immer mehr Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Inhalte schneller zu produzieren, sie konsistent über alle Kanäle auszurollen, aber dabei trotzdem individuell zu bleiben.

Adobe will hier mit einem umfassenden Technologiemix ansetzen.

Doch was steckt konkret dahinter?
Wie sinnvoll ist das für CX-Teams, die mit Adobe arbeiten?

Was Adobe präsentiert hat

Im Zentrum der Ankündigung steht die Idee, Content-Erstellung, Ausspielung und Optimierung mithilfe von KI stärker zu verzahnen.

Das sind die wichtigsten Neuerungen:

  • GenStudio for Performance Marketing: Generative KI erstellt automatisch Social-Media-Posts, Display-Werbemittel und Kurzvideos auf Basis von Adobe Firefly, direkt abgestimmt auf Zielgruppen und Plattformen.
  • Creative APIs & Firefly Services: Unternehmen können Content-Produktionen automatisieren, inklusive Format-Resizing, Farbkorrektur, 3D-Bildern oder virtuellen Avataren. Dabei sorgen Markenmodelle für CI-gerechte Ergebnisse.
  • LLM Optimizer: Inhalte werden so vorbereitet, dass sie in generativen Interfaces wie Chatbots, KI-Suchen oder Sprachassistenten besser gefunden und ausgespielt werden.
  • Agent Orchestrator in der Adobe Experience Platform: Erste autonome Agenten wie ein „Data Insights Agent“ oder „Product Support Agent“ analysieren Daten oder übernehmen einfache Serviceaufgaben. Rund um die Uhr, KI-gestützt.

Adobe nennt als Nutzer:innen u. a. Coca-Cola, Estée Lauder und Publicis. Diese setzen die neuen Tools ein, um Prozesse zu beschleunigen, Markenbotschaften konsistenter zu machen und Conversion-Raten zu steigern.

Neutrale Bewertung & was es sonst noch gibt

Customer Experience Orchestration (CXO) ist die Weiterentwicklung des klassischen Customer Experience Managements.

Sie erfüllt das Versprechen der Personalisierung in großem Maßstab, indem sie die Erstellung und Entwicklung nahtloser Kundenerlebnisse über alle Touchpoints und Kanäle hinweg mit Fortschritten in der generativen und agentenbasierten KI kombiniert.

Genau hier setzt Adobe an: mit einem durchdachten Update, das Kreativität, Automatisierung und Datenintelligenz enger verzahnt.

Die Verbindung aus generativer KI, Content-Produktion und datengetriebenem Marketing ist technisch beeindruckend, vor allem für große Teams, die bereits stark im Adobe-Ökosystem arbeiten.

Was auffällt: Die neuen Lösungen greifen tief in bestehende Workflows ein. Wer Firefly-Modelle nutzt, kann Content in Sekundenschnelle anpassen. Und mit den Agenten in der Adobe Experience Platform lassen sich Insights und Support-Aufgaben automatisieren, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.

Aber: Diese Power hat ihren Preis, finanziell wie organisatorisch. Für Unternehmen, die nicht ohnehin mit Adobe-Produkten arbeiten, kann der Einstieg aufwendig (und teuer) sein. Und nicht jeder braucht die volle Bandbreite an Automatisierung.

Was tun andere Anbieter?

Es gibt Alternativen, die ähnliche Ziele verfolgen. Manche spezialisiert, andere als Plattformlösung:

  • Salesforce etwa bringt mit Agentforce eigene KI-Agenten in Marketing und Service. Wer bereits mit Customer 360 arbeitet, kann damit sehr schnell CX-Prozesse automatisieren und personalisieren, inklusive generativer Inhalte.
  • Oracle positioniert sich stark im B2B-Umfeld. Die Marketing Cloud kombiniert Daten, Automatisierung und KI. Die Lösung eignet sich aber eher für sehr große Organisationen mit komplexen Anforderungen.
  • Zoho One oder Microsoft Dynamics mit Azure AI bieten kompaktere Pakete. Das ist spannend für kleinere oder mittelgroße Teams, die skalieren wollen, aber flexibel bleiben möchten.

Und dann gibt’s viele spezialisierte Tools:

  • Cognigy setzt auf dialogorientierte KI-Agenten,
  • Bloomreach fokussiert sich auf Commerce-Personalisierung,
  • Synerise kombiniert Realtime-Data mit KI-gesteuerter Orchestrierung; gerade in Osteuropa stark verbreitet.

Die Frage ist also weniger: „Welche Plattform ist die mächtigste/beste?“ sondern mehr: „Welche Lösung passt zu unserem Setup, zu unserem Tempo und zu unserem Budget?“

Fazit & Orientierungshilfen

Adobe zeigt, wohin die Reise geht: KI und Automatisierung rücken noch näher an Content, Marketing und CX-Prozesse heran.

Wer bereits im Adobe-Kosmos unterwegs ist und skalierbare Kampagnen fährt, bekommt hier neue Möglichkeiten, vor allem durch die Verzahnung von Kreativität, Daten und Agentenlogik.

Gleichzeitig lohnt sich ein kritischer Blick auf Alternativen.

Nicht jedes Unternehmen braucht eine Komplettlösung mit maximaler Funktionsdichte. In vielen Fällen kann ein modularer Ansatz effizienter und kostengünstiger sein.

Drei Fragen zur Einordnung:

  1. Wie tief seid ihr schon im Adobe-Ökosystem? Je stärker integriert, desto sinnvoller ist das neue Angebot.
  2. Was ist wichtiger: kreative Power oder datengetriebene Automatisierung? Die Antwort hilft bei der Tool-Wahl.
  3. Wollt ihr lieber alles aus einer Hand oder gezielt spezialisieren? Das entscheidet über Plattform oder Best-of-Breed.

Wer klar auf diese Fragen antworten kann, findet schneller die Lösung, die wirklich zur eigenen CX-Strategie passt.