Im Januar 2026 hat Bloomreach die Einführung von Loomi Connect bekannt gegeben.
Dabei handelt es sich um eine neue Schnittstelle, mit der sich die Produktsuch- und Empfehlungslogik von Onlinehändlern direkt in konversationelle KI-Plattformen integrieren lässt.
Technisch basiert das Angebot auf dem sogenannten Model Context Protocol (MCP), das den Austausch strukturierter Daten zwischen KI-Modellen und externen Systemen ermöglicht.
Ziel von Loomi Connect ist es, die im E-Commerce über Jahre aufgebaute Suchintelligenz von Marken auch dort nutzbar zu machen, wo immer mehr Produktsuchen stattfinden: in KI-gestützten Chats.
Einordnung: Warum Produktsuche in KI-Chats relevant wird
Laut einer von Bloomreach zitierten Umfrage unter mehr als 1.000 US-Verbrauchern nutzen fast 50 % der Befragten ChatGPT mehrmals pro Woche oder häufiger zum Einkaufen oder zur Produktrecherche. 41 % würden, wenn sie sich entscheiden müssten, sogar eher ChatGPT als einen klassischen Onlineshop nutzen.
Diese Zahlen verdeutlichen einen Trend, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet: Produktsuche verlagert sich zunehmend von klassischen Suchfeldern hin zu dialogorientierten Interfaces.
Für Händler stellt sich damit die Frage, wie sie in diesen neuen Kanälen sichtbar bleiben und gleichzeitig Einfluss auf die Darstellung ihrer Produkte behalten.
Was Loomi Connect technisch leistet
Anbindung über das Model Context Protocol
Loomi Connect stellt die Produkterkennungs- und Suchtechnologie von Bloomreach über einen MCP-Server bereit. KI-Anwendungen, bspw. ChatGPT-Apps aus dem OpenAI-Marketplace, können darüber auf strukturierte Produktdaten, Ranking-Logiken und Performance-Signale eines Händlers zugreifen.
Damit sollen dieselben Algorithmen, die im Onlineshop für Conversion-Optimierung sorgen, auch in KI-Dialogen verwendet werden.
Konsistente Empfehlungen über alle Kanäle hinweg
Ein zentrales Versprechen von Loomi Connect ist die Konsistenz:
Produkte, die im Shop aufgrund von Relevanz, Verfügbarkeit oder Marge bevorzugt ausgespielt werden, sollen auch in KI-Chats entsprechend erscheinen. So vermeiden Händler widersprüchliche Empfehlungen zwischen Website und konversationellen Kanälen.
Rückfluss von Interaktionsdaten
Zusätzlich erfasst Loomi Connect Interaktionen aus den KI-Chats und spielt diese in bestehende Kundenprofile zurück. Auf diese Weise können Präferenzen und Suchintentionen, die im Dialog entstehen, auch für Personalisierung auf der Website oder in anderen Kanälen genutzt werden.
Abgrenzung und Einordnung im Markt
Bloomreach betont ausdrücklich, dass Loomi Connect nicht mit OpenAI selbst verbunden oder von diesem unterstützt wird. Es handelt sich vielmehr um eine technische Integration, die auf offenen Schnittstellen basiert.
Im weiteren Kontext reiht sich Loomi Connect in eine wachsende Zahl von Lösungen ein, mit denen Unternehmen ihre Inhalte und Daten kontrolliert für große Sprachmodelle verfügbar machen wollen. Ähnliche Ansätze finden sich etwa bei Produktfeeds für Suchmaschinen oder bei APIs für Sprachassistenten – neu ist hier vor allem die enge Kopplung an bestehende E-Commerce-Suchlogik.
Verfügbarkeit
Loomi Connect ist seit der Ankündigung im Januar 2026 verfügbar. Marken können ihre ChatGPT-Apps mit dem Bloomreach-MCP-Server verbinden. Ergänzend stellt das Unternehmen eine Webinar-Aufzeichnung bereit, in der Funktionsweise und Einsatzszenarien erläutert werden.
Fazit
Mit Loomi Connect reagiert Bloomreach auf die zunehmende Bedeutung konversationeller KI im Kaufentscheidungsprozess.
Der Ansatz zielt weniger auf neue Werbeformate ab, sondern auf die Übertragung bestehender Such- und Personalisierungslogik in neue Nutzungskontexte.
Ob und wie stark sich solche Integrationen im Alltag von Konsumentinnen und Konsumenten durchsetzen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie selbstverständlich KI-Chats künftig als Einkaufsoberfläche genutzt werden.
Hinweis: Dieser Beitrag ist unabhängig von Bloomreach entstanden und stellt keine bezahlte Partnerschaft oder Werbekooperation dar.
